Durchhalten, um jeden Preis.

Von Mark Magnus I Datum: 15.02.2013

Was tust du, wenn du eines Morgens aufwachst und alles was du noch spürst ist Schmerz? Tag für Tag, von Stunde zu Stunde mehr oder weniger aber er vergeht nicht mehr und begleitet dich von jetzt an, er ist ein Teil von dir von deinem Leben.

Was bleibt?

Vielleicht Hoffnung? Nein, Hoffnung auf Heilung, auf gute Tage oder Kontrolle der eigenen Situation ist in diesem Fall wie ein tägliches schleichendes Gif, das zugleich süß und verlockend wirkt aber auch genau so zerstörerisch. Zu viele unkontrollierbare Faktoren spielen dabei eine Rolle. Mit jeder Enttäuschung schlittert man tiefer in diese Mischung aus Depression und Angst, was leider zu noch mehr Schmerzen führt und die Abwärtsspirale perfekt macht.

„Du denkst jetzt sicher „Hey alles halb so schlimm, es gibt für alles und jeden irgendein Mittel oder eine Lösung“.

Ja gibt es daß?  Hmmm, nein leider nicht, man kann inzwischen viele Krankheiten heilen, diese aber leider nicht. Nach fast 10 Jahren Schmerz, Kampf, Leid, Wut und der suche nach einem Heilmittel als endgültige Lösung oder Erlösung kann ich sagen, Nein es gibt nur Erleichterung und die Gewissheit das es jeden Tag aufs neue von vorne losgeht. Aber man sollte trotzdem niemals aufgeben und für jeden Tag kämpfen und sein besstes geben.

Es sind zwar Jahr für Jahr 300 schlimme Tage, 50 an denen es  ok ist und 15 an denen aus unerfindlichen Grund alles gut ist. Aber es lohnt sich zu kämpfen und nicht aufzugeben, ich freue mich über jeden einzelnen guten Tag an dem ich einiger maßen schmerzarm leben kann und genieße ihn ausgiebig.

Ich habe viele Menschen aus Nächster nähe dabei beobachten können, wie sie Monat für Monat, Tag für Tag immer mehr an dieser Krankheit zerbrochen sind. Familien, die durch den täglichen Druck und das Leiden eines Einzelnen zerstört und gebrandmarkt wurden.

Am Anfang sind viele gleich, sie sind standhaft, ehrgeizig und voller Zuversicht im Angesicht der immer wiederkehrenden Schmerzen aber oftmals kann man schon nach einigen Wochen mit ansehen, wie sich das schlagartig ändert und sie zusammenbrechen. Andere haben durchgehalten, erst mit der Diagnose und der Aussage der Aussage, dass keine Heilung besteht, sondern nur Linderung, sind sie zusammengebrochen. Ich denke, dass es die vielen Facetten des Leidens  sind, die diese Krankheit mit sich bringt, die viele zermürbt, entkräftet und am ende zerstört. Es ist schwer zu ertragen mit ansehen zu müssen wie ein freund oder ein geliebter Mensch zugrunde geht und täglich leiden muss.

Ich habe mich oft gefragt, wie es den Kriegsgefangenen in Vietnam oder dem 2. Weltkrieg wohl gelungen ist die jahrelange Folter zu überstehen und zu überleben und dabei nicht völlig verrückt zu werden. Was unterscheidet den einen der an solch einer Last zerbricht von dem der, die täglich Herausforderung annimmt und damit lebt? Am Ende war es bei mir eine Mischung aus ehrgeiz, dem Willen niemals aufzugeben und einer etwas arroganten Sichtweise ein Kämpfer zu sein, der niemals aufgibt. Wahrscheinlich war es der ein oder andere Actionfilm, der mich anfangs zu diesem Denken motiviert hat. Im Alttag lernte ich aber schnell das die beste Einstellung und noch so stolze Ansichten dem Willen einer chronischen Schmerzerkrankung oftmals nicht entgegen zu setzten haben und man unter dem Strich trotzdem immer ein Stück weit der Spielball des eigenen Leidens ist. Vielleicht bin ich einfach auch in den Momenten, wo der Schmerz Unerträgliche wird, zu dickköpfig und naive um mich geschlagen zu geben.

Ich sehe jeden Tag als herausforderung, ich plane nicht in Wochen oder Monate, nein nur Tag für Tag. Mal sehen was der morgen so mit sich bringt.

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